MAYER TRIUMPHIERT IN MEERBUSCH

Jubelnd riss er nach seinem verwandelten Matchball die Arme Richtung des bedeckten Himmels.Jubelnd riss er nach seinem verwandelten Matchball die Arme Richtung des bedeckten Himmels. Soeben hatte Florian Mayer seinen zweiten Turniersieg auf der ATP tour hintereinander errungen. 7:6 6:2 hieß es nach 1:28 Minuten Spielzeit. „Das ist für mich etwas ganz besonderes hier zu gewinnen. Das ich mit meinen fast 33 Jahren im Spätherbst meiner Karriere es noch schaffe, zwei Turniersiege hintereinander zu erreichen, macht mich überglücklich. Da hat sich die harte Arbeit der letzten Wochen, wo ich wirklich oft genug total platt ins Bett gefallen bin, ausgezahlt“, so Mayer beim Siegerinterview mit Moderator Stefan Kaussen. Beide Kontrahenten hatten während des Matches immer wieder mit den wechselnden Bedingungen und dem böigen Wind zu kämpfen. So verlief der 1. Satz ausgeglichen. Marterer spielte auf konstant hohem Niveau, musste aber viele Bälle spielen, um den Punkt für sich zu entscheiden. „Das war total anders, als bei den Matches vorher“, so der Unterlegene. Ergo musste der Tie-Break die Entscheidung bringen, den Mayer von Beginn an offensiver gestaltete und mit 7:4 gewinnen konnte.
Im zweiten Satz war dann die Gegenwehr des 21-jährigen gebrochen. Mayer nutzte seine zweite Breakchance zum 4:2 und ließ danach nichts mehr anbrennen. „Flo ist mit dem Wind besser umgegangen als ich. Das hat es mir sehr schwer gemacht. Aber er steht nicht umsonst so weit da oben, wo ich noch hin will. Man hat heute gesehen, wie unangenehm es ist gegen ihn zu spielen. Ich kann ihm nur gratulieren“, sagte ein fairer Verlierer Maximilian Marterer, der zum ersten Mal ein Finale auf der ATP tour erreichen konnte.
Trotz des schwierigen Wetters hatten etwa 800 Zuschauer den Weg in den Sportpark Büderich gefunden und sorgten für einen gelungenen Rahmen der Veranstaltung. Turnierdirektor Marc Raffel und Franz Josef Medam von Titelsponsor Cittadino lobten die gesamte Veranstaltung und vor allem die Arbeit der Ballkinder und Linienrichter, die zum Teil aus Flüchtlingen bestanden hatten. „Das ist vielleicht ein kleiner Schritt Richtung Integration. Auf jeden Fall eine tolle Erfahrung für die Menschen“, so die beiden.
Vor dem Herreneinzel konnte sich die osteuropäische Kombination Mikhail Elgin (RUS)/Andrei Vasilevski (BLR) gegen die rein belgische Kombination Sander Gille/Joran Vliegen durchsetzen.

Siegerfoto im Einzel: v.l. Moderator Stefan Kaußen, Turnierdirektor Marc Raffel, Maximilian Marterer, Florian Mayer, Heike Reiss und Franz Josef Medam von Cittadino